Es muss nicht immer weiß sein

Wohlfühlen – das ist das A und O, wenn es um die Gestaltung unseres Wohnraumes geht. So denken zumindest die meisten von uns. Allerdings würden auch viele Menschen gern mehr machen und können es nicht, denn oft mangelt es Ihnen an Ideen, wie man sich seinen Wohnraum heimischer und gemütlicher gestalten kann.

wandfarbenDie wohl häufigste Art neben Dekorationsmaterialien für mehr Ambiente zu sorgen ist wohl die Wandfarbe oder aber farbige Tapeten. Während letztere nicht nur wesentlich mehr kosten und vielleicht nicht so viele Gestaltungsmöglichkeiten lassen, ist man mit Wandfarbe sehr viel flexibler.

Um sich vorab ein Bild zu machen, welche Farben überhaupt in Frage kommen, kann man sich in Baumärkten oder Online verschiedene Farbmuster besorgen. Diese an die Wand gehalten, lassen einen ersten Eindruck zu, ob die Farbe überhaupt wirkt und ob sie überhaupt zum Raum selbst passt. Oft vertut man sich und denkt, dass es gut aussehen würde und merkt erst im Nachhinein, dass es den Raum optisch verkleinert oder man die Farbe großflächig doch nicht ertragen kann.

Zum Auftragen der Wandfarbe kann man unterschiedliche Techniken anwenden. Die meisten haben Raufasertapete als Untergrund, so dass sich nicht jede Technik umsetzen lässt, aber auch hier bieten sich vielfältige Möglichkeiten, so dass man nicht einfach nur schlicht mit der Rolle die Farbe an die Wand bringt.

Pinselzugtechnik

Bei der Pinselzugtechnik arbeitet man mit zwei Farben, wobei die hellere Farbe als Grundton dient. Nachdem man diese mit einer Rolle aufgetragen hat, muss sie gut abtrocknen. Erst wenn sie vollständig getrocknet hat, kann man mit einem breiten Effektpinsel, welcher leicht angefeuchtet ist, die zweite Farbe auftragen. Dabei sollte man beachten, dass nur die Pinselspitze mit Farbe bedeckt ist. In Pinselstrichen, die mindestens zehn und maximal dreißig Zentimeter lang sind, wischt man nun kreuz und quer über die Wand. Als Highlight wird nach einem erneuten Trocknungsprozess mit dem Grundton dieselbe Prozedur wiederholt.

Wischtechnik

Neben Wandfarbe eignen sich auch Lasuren um einen schönen Effekt zu erzielen. Bei der Wischtechnik empfehlen sich Lasuren, damit man hinterher auch den Effekt schön sieht. Lasuren sind in unterschiedlichen Farben erhältlich. Da sie sich mit dem Basiston verbinden, sorgen diese Farbvermischungen für einen angenehmen Effekt.

Auch bei dieser Technik gilt – der Grundton muss trocken sein. Am besten trägt man die Lasur im Team auf. Einer pinselt, der andere wischt mit dem speziellen Handschuh drauf los. Man kann zuvor auf einem Rest Tapete oder Pappe testen, wie man am besten wischt und in welcher Stärke man die Lasur aufträgt, um den gewünschten Farbton zu erzielen.

Wichtig ist, dass man sich in kleinen Abschnitten vorarbeitet. Die Lasur darf nicht an der Wand trocknen, dann kann man sie nicht mehr verwischen. Andere Wände sollte man mit Pappe oder ähnlichem abhängen, damit dort nicht ausversehen Farbspritzer hingelangen.

Wickeltechnik

Für diese Methode braucht man einen Lederlappen. Auch hier wird mit zwei Farben gearbeitet, wobei es hier keine Rolle spielt, ob der dunklere oder hellere Ton als Grundton auf die Wand aufgetragen wird. Nachdem der Grundton getrocknet ist, wird die Effektfarbe direkt auf das Leder aufgetragen und dieses anschließend richtig schön zerknüllt. Bevor man dieses Knäuel nun über die Wand rollt, sollte man vorher auf einem Blatt oder einem Resttapetenstück üben.

Der Vorteil an dieser Technik ist, dass man eigentlich nicht viel falsch machen kann. Wenn das Muster nicht gefällt, kann man das Leder neu knüllen und nochmal über die betreffenden Stellen gehen. Da nichts gleich aussieht, fallen solche kleinen „Reparaturen“ nicht auf. Man kann außerdem zum Abschluss noch einmal mit dem Basiston dieselbe Technik anwenden. Dies verstärkt den Effekt.

Tupftechnik

Auch wenn es noch viele weitere Techniken gibt, soll die Tupftechnik an dieser Stelle die letzte sein. Sie ist sehr einfach nachzumachen und ideal als Einstieg in die Effekttechnik. Mit einem hellen Basiston wird die Wand komplett gestrichen. Nach dem Abtrocknen wird mit einem Naturschwamm die dunklere Farbe aufgetupft. Die Abstände und Häufigkeit des Tupfens sind dabei jedem selbst überlassen.

Mit Lacken in Wohnräumen sollte man etwas vorsichtig sein. Sollte man vorhaben Möbelstücken ein neues Design zu verleihen, indem man sie umlackiert, sollten diese Arbeiten an der frischen Luft stattfinden.

Man darf auch nicht einfach überlackieren, dann hat man nicht lange etwas von seiner Arbeit. Bevor neue Farbe ins Spiel kommt, muss die alte rückstandslos von dem Möbelstück entfernt werden. Lediglich gelaugte Möbel können sofort farbig lackiert werden. Erst dann kann man mit dem Auftragen von Lackfarbe beginnen. Gleichmäßige Pinselstriche sind sehr wichtig, da man genau sieht, wie gemalt wurde. Unter Umständen reicht ein einmaliger Anstrich nicht aus und man muss noch einmal streichen. Dazu muss die erste Lackschicht allerdings vollkommen ausgetrocknet sein.

Auf diese Art und Weise kann man sehr viel günstiger für neues Design in seinen eigenen vier Wänden sorgen, als wenn man sich neu einrichtet. Nur weil man die Möbel vielleicht nicht mehr sehen kann – wenn sie noch in Ordnung sind, wäre es zumindest eine Überlegung wert. Das Einzige was man investiert ist Arbeit und Zeit – aber hinterher kann man auch auf seine Arbeit stolz sein.

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Über Markus Liese

Mit langjähriger Branchenerfahrung und großer Affinität zu den Neuen Medien ist Markus Liese Profi auf dem Gebiet der Inneneinrichtung. Als Geschäftsführer bei Wohn-Guide ist er auf relevanten Messen vertreten und informiert sich stets über Produktneuheiten und Entwicklungen. Im Blog informiert er über die Branchen-Highlights und Trends rund um Inneneinrichtung.

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